Textilsammlung der Abegg-Stiftung Band 5

Mittelalterliche Textilien II. Zwischen Europa und China
Karel Otavsky und Anne E. Wardwell

Dass die Weberei schon im Frühmittelalter den technischen Stand vor Erfindung der Jacquardmaschine um 1800 erreichte, ist der Begegnung der vorderasiatischen und der chinesischen Webtradition zu verdanken. Die Vereinigung der unterschiedlichen Webtraditionen war eine Folge des blühenden Fernhandels, der das Mittelmeergebiet entlang der «Seidenstrassen» mit Persien, China und Zentralasien verband.

Der vorliegende fünfte Band der Reihe «Die Textilsammlung der Abegg-Stiftung» ist die Fortsetzung des im Jahre 1995 erschienenen Katalogs «Mittelalterliche Textilien I». Ein besonderer Schwerpunkt liegt neben den chinesischen und zentralasiatischen Geweben auf der frühen italienischen Seidenweberei mit ihren orientalisch beeinflusste Dekors.

INHALT
Der Katalog umfasst drei Teile, die jeweils mit einer überblicksartigen Einführung beginnen. Im ersten Teil bespricht Karel Otavsky «Frühmittelalterliche Stoffe zwischen Persien und China». Dazu gehören frühe chinesische und zentralasiatische Textilien, die der Abegg-Stiftung vor allem in den 1990er Jahren erwarb.

Im zweiten Teil, «Textiles from Eastern Asia: Liao Dynasty, 907–1125», erläutert Anne E. Wardwell einige frühe Gewebe der Liaozeit, wobei der Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Gewebetechniken liegt.

Im dritten und umfangreichsten Teil des Katalogs bearbeitet Karel Otavsk_ mit «Seidengewebe des hohen und späten Mittelalters», wobei hier weitere Höhepunkte der Sammlung der Abegg-Stiftung vorgestellt werden, so die Salzburger Mitra, der Amandusstoff oder die Stralsunder Dalmatik. Der Fokus erweitert sich auf die hochmittelalterlichen mongolischen, persischen und vorderasiatischen Textilien und ihren Einfluss auf die frühen italienischen Gewebe.

Ein Anhang mit der englischen Übersetzung der Einführungen, einer Konkordanz der Inventar- und Katalognummern sowie einem ausführlichen Register und Literaturteil beschliessen das Werk.